Der Autor, bekannt durch seinen zweibändigen Bestseller „Tobie Lolness“, hat in diesem schmalen Bändchen ein visionäres Märchen erzählt. Es handelt sich um einen flammenden Appell, die Menschheit möge sich für einen sorgsamen Umgang mit der Umwelt einsetzen. Deutlicher als der deutsche Titel drückt das der französische aus: „Céleste, ma planète“ - Céleste, mein (blauer) Planet. Das erinnert den Leser an die herrlichen Aufnahmen aus dem All, die unsere Erde als blauen Erdball zeigen. Der Name Celeste bedeutet denn auch „himmelblau, himmlisch“. Die Story der beiden liebenden Heranwachsenden ist eher der Vorwand, das ökologische Anliegen zu transportieren. Der Ich-Erzähler erzählt aus der Retrospektive, wie er im Alter von etwa sieben Jahren nach einem ersten Misserfolg beschlossen hat, sich nicht mehr zu verlieben. Von nun an widmet er sich dem Klavierspiel und dem Anfertigen großer Weltkarten. Sein Freund Briss kümmert sich mehr um das Vertilgen der ungeheuren Lebensmittelvorräte, die der Erzähler allwöchentlich von seiner ständig abwesenden Mutter in seine geräumige Wohnung in einem Wolkenkratzer geliefert bekommt. Die vielbeschäftigte Frau sieht er nur einmal monatlich im Wartezimmer ihres Büros, das für eine global tätige Firma arbeitet. Der Vater von Briss putzt die Fenster des Wolkenkratzers, in dem der Erzähler wohnt. Er holt seinen Sohn jeden Abend gegen Mitternacht mit dem Fahrstuhl, der ihm für seine Arbeit dient, ab. Seine Tätigkeit wird im Verlauf der Handlung noch sehr wichtig werden. Die erste Begegnung der beiden jungen Leute findet im Fahrstuhl des hundertzwanzigstöckigen Gebäudes, in dem ihre Schule untergebracht ist, statt. Celestine, was auch „die Himmlische“ bedeutet, riecht sinnigerweise nach warmer Erde. Später wird der Schuldirektor sie den Schülern eindringlich deren Schutz anvertrauen. Celestine wird die Schule nach diesem Tag nie wieder betreten, und der Erzähler beginnt, nach ihrem Verbleib zu forschen. Nach einer schwierigen Suche findet er das kranke Mädchen in einem Abstellraum eines riesigen Parkhauses bei ihren hilflosen Eltern, die von der Ausweisung bedroht sind. Nun setzt der Erzähler alle Hebel in Bewegung, um die Patientin, auf deren Haut die einzelnen Erdteile als narbiger Ausschlag erscheinen, zu retten. Auch seine Mutter schaltet sich ein, nachdem der Junge behauptet hatte, es gehe um seine eigene Gesundheit. Doch nach einer dramatischen Einlieferung in ein renommiertes Krankenhaus stößt der Jugendliche auf eine Mauer des Schweigens. Aber er gibt nicht auf, bevor er das Mädchen in Sicherheit gebracht hat, und das Geschehen endet mit einem verheißungsvollen Happy End. Wenn die Umsetzung der allgemeinen ökologischen Verantwortung so einfach zu lösen wäre wie das in dieser Vision geschildert wird! Für diese Art der Darstellung benutzen auch die Franzosen das deutsche Wort “Kitsch“. Die Illustrationen, wohl mehrheitlich Tuschezeichnungen, sind in einem etwas altertümlichen Stil gehalten: Sie runden den befremdenden Eindruck des Buches ab.
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