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Stefan Gemmel

Die Zeitensegler, Schattengreifer


Stefan Gemmel
Die Zeitensegler, Schattengreifer. .
Baumhaus Verlag GmbH
320 Seiten Preis: 14.90 € ;
Lesealter ab 12 Jahren


Mit dieser Trilogie betritt der Autor völliges Neuland: Er befasst sich mit dem Motiv des Schattens, der hier für Lebenskraft, Lebensmut und Selbstbestimmung seiner Figuren steht. Außerdem lässt er seine Leser eine Reise durch verschiedene Jahrhunderte miterleben, in denen historisch verbürgte Ereignisse geschildert werden. Das schafft eine raffinierte Atmosphäre von Abenteuer und Gruselerfahrungen, die den Leser fasziniert. Mit dem Forscherdrang des Protagonisten Simon können sich die Jungen sehr gut identifizieren, für die Mädchen bietet sich die mutige Ägypterin Neferti an.
Der Roman lebt außerdem von einer stilvollen, gehobenen Sprache, die den Leser in seinen Bann zieht. Das prickelnd spannende Buch hat Chancen, zu einem Bestseller zu werden.
Mitten in der Nacht erwacht Simon aus einem Albtraum, den er in der letzten Zeit häufiger erlebt hatte: Brennende Fackeln auf zwei Schiffsmasten, die meterhoch in den Himmel aufragten, vor allem aber eine weiße, klauenartige Hand, die nach ihm greifen wollte. Näher und näher kamen sie seinem Gesicht. Noch von seiner Angst geschüttelt, blickt er aus seinem Fenster, das aufs Meer hinausgeht. Er traut seinen Augen nicht, denn die Szene, die ihn gerade im Traum erschreckt hat, ist Wirklichkeit geworden: Das Schiff scheint ihn anzustarren, Simon kann den Blick nicht abwenden und spürt den unweigerlichen Wunsch, diese Erscheinung von der Nähe anzusehen.
Mit einem Ruderboot macht er sich auf den Weg, und er setzt seinen Weg fort, obwohl er sich zwischendurch von der grauenhaften Klauenhand bedroht fühlt. Er muss dieses Rätsel lösen!
Das riesige Schiff scheint zu leben, es ist so, als ob es ein lebendiges Herz habe. Es scheint sehr alt zu sein, denn es weist tiefe Risse und Löcher auf. Seine Gestalt bildet den Körper einer riesigen Krähe nach. Anstelle einer Galionsfigur ragt ein krummer Krähenschnabel aus dem Bug.
Neugierig erklimmt er das Deck mittels einer Leiter, und er vergisst, sein Boot gegen das Abtreiben zu sichern. Verzweifelt sieht Simon dem kleinen Schiff nach, denn damit ist ihm der Rückweg abgeschnitten.
Zunächst versucht er sich abzulenken, indem er das Schiff genauer erkundet, und plötzlich wird er aus dem Nebel heraus scharf angefahren und gefragt, wer er eigentlich sei. Schattenhaft kommen fünf Jugendliche auf ihn zu, die alle aus verschiedenen Kulturkreisen zu stammen scheinen. Merkwürdigerweise stellen sie ihm die Frage, aus welcher Zeit er kommt, nicht, aus welcher Gegend er stammt. Das Mädchen Neferti stammt aus Ägypten, Moon, der eigentlich einen unaussprechlichen Namen hat, ist Indianer, Basrar stammt aus Karthago, das ja nicht mehr existiert, Salomon kommt aus dem Mittelalter, und Nin-Si ist aus der ersten Dynastie in Ur. Sie erklärt Simon, dass sie vor 4000 Jahren geboren wurde, also Jahrtausende bevor Simon das Licht der Welt erblickt hat Sie alle sind „Zeitenkrieger“. Sie reisen „durch die Zeit für die Zeit“. Mit dieser geheimnisvollen Aussage weiß der Junge aus dem dritten Jahrtausend natürlich nichts anzufangen, und es wird lange dauern, bis er das Rätsel wenigstens teilweise entschlüsseln kann. Nur schwer gelingt es ihm, Vertrauen zu den fremden Jugendlichen aufzubauen, die ihm versichern, sie alle seien anfangs genauso hilflos gewesen wie er. Seit vielen Jahren, vielleicht seit Jahrhunderten werden sie von einer geheimnisvollen Person, die sie unter einander den „Schattengreifer“ nennen, auf dem Schiff gefangen gehalten. Die Jugendlichen wissen nicht, ob sie jemals wieder in ihre Zeit und zu ihren Familien zurückkehren können, denn der Schattengreifer ist ein mächtiger Zauberer, und er wird die jungen Leute erst frei lassen, wenn er sein Ziel, das sie nicht kennen, erreicht haben wird. Er erscheint nur, wenn eine neue Zeitreise bevorsteht.
Auch den Jugendlichen fällt es schwer, Simon zu vertrauen, er könnte schließlich ein Spion sein. Neferti ergreift Partei für ihn und verteidigt ihn mit seiner offen zur Schau getragenen Angst, und die anderen schenken ihr – zögernd zwar - Vertrauen.
Sie erklärt ihm, dass der Schattengreifer auf dem Schiff eine Zeitmaschine installiert hat, mittels derer er mit seiner Mannschaft durch die Zeiten segeln kann. Natürlich möchte Simon die gerne besichtigen, aber das wird erst anlässlich der nächsten Zeitreise möglich sein.
Im Verlauf des Romans wird Simon so manches Geheimnis lösen; es wird ihm gelingen, mit der Zeitmaschine zwei der Jugendlichen unter dramatischen Umständen in ihr Jahrhundert zurückzubringen und damit die Planungen des Zauberers zu durchkreuzen und ihn selbst bis auf den Tod zu erschöpfen. Der benötigt schließlich seine Hilfe und verspricht, ihm seine Ziele zu erklären. Aber so weit kommt es im ersten Band natürlich nicht! Die aufgebaute Spannung lässt den Leser bereits neugierig auf die Fortsetzung werden.


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Dienstag, 09. Februar 2010

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