Die Autorin hat die Farben von Obst und Gemüse entdeckt, um sie als appetitanregendes Stimulanz einzusetzen, denn: Gutes Essen ist erlernbar! Dabei hat sie bei vielen leicht umsetzbaren Ideen auch ausgefallene, die einer liebevoll besorgten Mutter nicht spontan einfallen würden. Eine Erklärung dafür bietet der Titel der französischen Originalausgabe: “Tout se mange avant 6 ans“ Frei übertragen bedeutet es, bis zum Alter von sechs Jahren isst ein Kind alles unvoreingenommen, es sollte möglichst Vieles vorurteilsfrei probieren. Die Inhaltsübersicht ist optisch mit Fotographien von prallen Früchten und Gemüse gegliedert: Tomate, Zitrone, Orange, Apfel, Aubergine etc. Das vorgeschaltete Kapitel: “Kochen ist Liebe“ beschreibt die Vorüberlegungen der Autorin, wegen derer sie ihre Idee von der Verführung durch den optischen Anblick der Speisen gezielt in Rezepte umgesetzt hat. Ihr Anliegen ist es, die Ängste der Kinder vor Unbekanntem erst gar nicht aufkommen zu lassen. Außerdem gibt sie Tipps, wo Lebensmittel möglichst frisch zu erwerben sind, also auf dem Markt, direkt beim Bauern oder in Ökoläden. Babys erste rote Suppe enthält neben den üblichen Kartoffeln, Fenchel und Tomaten auch Knoblauch und Lorbeerblatt! Die fertige Mahlzeit wird noch mit Ergänzungsmilch gestreckt. Außer dem Rezept gibt es praktikable Hinweise und Abwandlungen des jeweiligen Rezepts. Die Hauptgerichte sind jeweils für vier Personen gedacht: Für das Baby braucht also nicht extra gekocht zu werden. Die Suppe für den Jüngsten/die Jüngste wird nur zusätzlich püriert, damit sie mit der Flasche gefüttert werden kann. Alle Rezepte lassen sich leicht nachkochen. Die Zubereitungszeiten sind kurz, die Anweisungen sind klar und unkompliziert. Ungewöhnlich für die Ernährung der Babys klingt deutschen Müttern so manches Rezept wie z. B. „Wassermelonensalat mit Schafskäse und Oliven“. Aber, was uns verblüfft, wird auch von kleinen Kindern gern angenommen! So greift mein dreijähriger Enkel durchaus zu scharfen Speisen, die meine Tochter während der Schwan-gerschaft auch gegessen hat. „Schmetterlingsnudeln mit Kirschtomaten“ – ein schnell zu bereitendes Gericht, denn nur die Nudeln werden gekocht. Als Gewürz dienen hauptsächlich Basilikum und Knoblauch. Babys erste gelbe Suppe besteht aus Mais und Hühnerbrühe. Auch für Erwachsene interessant ist „Safranrisotto mit Jakobsmuscheln“ – da käme man zunächst nicht auf die Idee, dass dies ein Gericht für ein so kleines Kind sein könnte. Aber auch Winzlinge probieren ja gern bei den Erwachsenen am Tisch. Warum sollen sie nicht gleich in den Essensplan mit eingebunden werden! Wenn der Risotto dann sogar noch in der angewärmten Muschel gereicht wird, ist er sicher noch reizvoller. Auch scheinbar Banales wie das Braten eines Spiegeleis ist neu zu erfahren. Babys erster Brei besteht aus grünen Erbsen mit frischer Pfefferminze, ein anderes Rezept bietet weißes Püree aus Blumenkohl und Ziegenkäse. Und immer wieder staunt man über die ungewöhnlichen Zutaten, die zum Nachkochen anregen. Das Kochbuch ist aber durchaus alltagstauglich- nicht allein wegen der kurzen Kochzeiten! Sehr zu loben sind die wunderschönen originellen Fotos, die häufig auch Serviervorschläge enthalten.
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