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Ingo Bartussek

Wilde Kinder: Waschbären


In diesem Band der Reihe "Wilde Kinder", die Magdalena Krumbeck gestaltet hat, stellt Ingo Bartussek in vier Kapiteln, mit denen der Leser die Waschbären durch ein ganzes Jahr begleitet, die aus Nord-, Mittel- und Südamerika stammenden Kleinbären vor. Die sehr ansprechenden Fotos werden in klar verfassten Sachtexten erzählend vorgestellt.
Die Geschichte beginnt im Winter, einer Zeit, die drei junge Waschbären in der Höhlung einer Weide weitgehend verschlafen. Bei grimmiger Kälte bevorzugen die Tiere die gegenseitige Wärme und Geborgenheit. Sie zehren von ihren im Herbst angefutterten Reserven.
Als es wärmer wird, brechen sie zum nächstgelegenen Bach auf, wo sie die Larven verschiedener Insekten als willkommene Nahrung vorfinden.
Obwohl es im Februar noch recht kalt ist, erkunden die drei Rüden von nun an verstärkt ihr Revier und setzen Duftmarken, um ihr Gebiet zu kennzeichnen. Das verteidigen sie auch zu dritt gegen jeden fremden Rivalen.
Bei ihren Exkursionen treffen sie auf die paarungsbereiten Waschbärenweibchen, die vor allem vom stärksten männlichen Tier begattet werden. Sobald sie trächtig sind, dulden sie die Annäherung der Rüden nicht mehr.
Ende März sucht sich das Weibchen, das der Leser begleitet, einen geeigneten Nistplatz in sicherer Höhe, den es wohnlich herrichtet. In den nächsten Tagen bringt es drei Welpen zur Welt, die anfangs die Augen noch geschlossen haben; ihr Haarkleid ist spärlich. Die Mutter versorgt sie rundum. Erst nach drei Tagen wird sie zum ersten Mal die Jungen für einen kurzen Ausflug verlassen, um ihren Hunger zu stillen.
Vier Wochen später wird sie die Jungen mit liebevollem Nachdruck zum Klettern anregen, Und erst einen Monat später wird die Mutter ihre inzwischen im Balgealter befindlichen "Jungen" zu einem ersten Ausflug auf der Erde in das Vagabundenleben einführen. Anfangs leistet die Waschbärin in allen brenzligen Situationen noch Hilfestellung. Sie lehrt die Kinder auch, im Bach nach Nahrung zu suchen. Allmählich erweitert sich deren Kenntnisschatz, und so finden die kleinen Bären immer abwechslungsreichere Nahrung. Am frühen Morgen suchen sie sich einen Schlafplatz.
Im Verlauf des Jahres begegnen sie natürlich auch einem ihrer wenigen Feinde, einem Enok, einem Marderhund. Der kann zum Glück nicht klettern, und so sind die Bären schnell in Sicherheit. Auch ein reifes Kornfeld oder eine Scheune können zum Schlafplatz werden. Dort gibt es Äpfel und frische Eier zum Naschen!
Gegen Ende des Sommers trennen sich die Tiere, und während das junge Weibchen in der Nähe seines Geburtsorts bleibt, suchen sich ihre männlichen Geschwister weit entferntere Reviere. Denn nach dem folgenden Winter werden sie zum ersten Mal auf Brautschau gehen.


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Donnerstag, 09. September 2010

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